Krankenhäuser im ländlichen Raum sichern
Die CDU-Kreistagsfraktion Osnabrück hat das St. Franziskus-Hospital Harderberg besucht, um sich vor Ort über die Auswirkungen der aktuellen Krankenhausreform zu informieren. Im Austausch mit Geschäftsführerin Christina Jaax und Krankenhausdirektor Pascal Alfers standen insbesondere die Herausforderungen für die Krankenhausversorgung im ländlichen Raum im Mittelpunkt.
Dabei wurde deutlich, dass die geplanten Reformen erhebliche Auswirkungen auf die Versorgungslandschaft haben werden. Insbesondere die strikte Einteilung der Krankenhäuser in Leistungsgruppen mit hohen Qualitätsanforderungen und Mindestfallzahlen setzt kleinere und mittlere Häuser zunehmend unter Druck. Komplexere Behandlungen werden künftig verstärkt an große Zentren verlagert. Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet dies längere Wege und eine geringere wohnortnahe Versorgung. Gleichzeitig verschärfen der akute Fachkräftemangel sowie weiterhin bestehende Finanzierungslücken die Situation der Krankenhäuser.
Für die CDU-Kreistagsfraktion ist klar, dass die Sicherstellung einer guten Gesundheitsversorgung zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehört. Die aktuelle Entwicklung stellt jedoch insbesondere die Kommunen vor große Herausforderungen. Denn obwohl die Finanzierung der Krankenhausversorgung keine kommunale Aufgabe ist, sind es häufig die Kommunen, die im Ernstfall die Folgen finanziell tragen müssen.
„Eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung ist für die Menschen in unserer Region unverzichtbar. Die Krankenhausreform darf nicht dazu führen, dass gerade im ländlichen Raum bewährte Strukturen verloren gehen und Patientinnen und Patienten immer weitere Wege zurücklegen müssen. Qualität und Erreichbarkeit müssen gemeinsam gedacht werden“, betont der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Johannes Koop.
Auch Johannes Eichholz, ebenfalls Fraktionsvorsitzender, kritisiert die finanzielle Schieflage zulasten der kommunalen Ebene: „Die Kommunen sollen die Daseinsvorsorge sicherstellen, haben aber weder die Zuständigkeit noch ausreichende Einflussmöglichkeiten auf die Krankenhausplanung. Gleichzeitig drohen sie am Ende für Fehlentwicklungen finanziell geradestehen zu müssen. Das ist weder sachgerecht noch dauerhaft tragbar. So kann es nicht sein.“
Die CDU-Kreistagsfraktion nimmt die Sorgen der Krankenhäuser ernst und wird die weitere Ausgestaltung der Krankenhausreform kritisch begleiten. Ziel müsse eine Reform sein, die hohe medizinische Standards gewährleistet, ohne die wohnortnahe Versorgung der Menschen im Osnabrücker Land zu gefährden. „Selbstverständlich muss auch der Landkreis seine bislang nur passive Rolle bei der Krankenhausversorgung kritisch überdenken“, ergänzt Eichholz in Bezug auf die anstehenden Herausforderungen.